Europe on the Move – What Boards need to know

Corporate Governan­ce Inside

Ausgabe 01 | 2026


Aktuelle Themen und Hintergründe für den Aufsichtsrat.

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Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, Ihnen hiermit die erste Ausgabe 2026 unserer Publikation „Corporate Governance Inside“ anbieten zu können – im gewohnten Online-Format mit Download-Möglichkeit.

Mit „Corporate Governance Inside“ präsentieren wir Beiträge rund um ein Leitthema, das für Aufsichtsräte, Beiräte und Verwaltungsräte im Rahmen ihrer Tätigkeit von hohem Interesse ist. Dabei lassen wir auch Unternehmens­praktiker mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen. Darüber hinaus bieten wir in einem Rubrikenteil aktuelle Infor­mationen, die für Mandatsträger für eine verantwor­tungsvolle Unternehmensüberwachung und -begleitung von Bedeutung sind, damit Sie stets über wesentliche Neuerungen in den Bereichen Audit & Assurance, Accounting & Tax sowie Jurisdiction & Legislation informiert sind. Wir möchten Ihnen Inspiration für Ihre Tätigkeit geben. Zudem weisen wir Sie auf interessante Veranstaltungen hin.

In der vorliegenden Ausgabe widmen wir uns dem Leitthema „Europe on the Move – What Boards need to know“. Vor dem Hintergrund der jüngeren geopolitischen und geoökonomischen Entwicklungen hat sich die EU strategisch neu aufgestellt. Nach dem Green Deal stehen nun Themen rund um Wettbewerbsfähigkeit, Technologie und Innovation, Resilienz sowie Souveränität auf der Agenda, die mit zunehmenden Verlautbarungen und Vorhabenplänen konkretisiert wird. Europa will sich geoökonomisch neu positionieren und selbstbewusster auftreten. Diese Entwicklungen kommen auch Unter­nehmens­führungen entgegen, die seit Langem auf dem Weltmarkt im harten Wettbewerb oft unter Zeitdruck Entscheidungen treffen müssen. Damit auch der Aufsichts­rat, beispielsweise bei der Strategiediskussion, seine Rolle als Sparringspartner für den Vorstand erfolgreich erfüllen kann, ist ein vertieftes Verständnis der aktuellen Entwicklungen und deren Risiken und Chancen für das Unternehmen von besonderer Relevanz.

In dieser Ausgabe beleuchten wir deshalb die verschiedenen Aspekte rund um das Thema und bieten Ihnen praxis­orientierte Einblicke und Empfehlungen, wie der Aufsichtsrat Unternehmen bei der Umsetzung begleiten kann.

Mosche Orth aus unserem EU Policy Center gibt eingangs zunächst einen Überblick über die Vorhaben der EU im Kontext des EU-Wettbewerbskompasses. Dabei geht es u.a. um Förderung von Investitionen, Kapitalmarktintegration, Bürokratieabbau, Vereinfachung der Nachhaltigkeits­berichterstattung, Dekarbonisierung, strategische Auto­nomie und Versorgungssicherheit sowie Innovations­förderung als Kernpunkte der europäischen Wettbewerbs­strategie für die Jahre bis 2029 – ein Must-Read für die Unternehmensleitung, wenn es darum geht, die eigenen Strategien für die kommenden Jahre zu finden. Mit der im April 2026 vorgelegten Roadmap „One Europe, One Market“ hat diese Diskussion eine neue operative Qualität erhalten. Wirtschaftspolitische Prioritäten werden erstmals syste­matisch mit konkreten Zeitvorgaben, Zielterminen und Fortschritts­überprüfungen verknüpft.

Prof. Dr. Arno Probst, Global Boardroom Program Lead und Leiter der Deloitte Executive & Board Programme in Deutschland, berichtet von einer Panel-Diskussion mit erfahrenen Aufsichtsräten und Vorständen während unserer Deloitte Lounge bei der Münchner Sicherheits­konferenz. Dabei ging es um die Bedeutung von Unternehmensresilienz und nationaler Sicherheit. Unternehmen stellen sich zunehmend die Frage, wie sie mehr Robustheit in ihre Organisationen bringen können – also die Fähigkeit, unter Unsicherheit und schwierigen Rahmenbedingungen Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben. Die Diskussion zeigte auch die europapolitische Dimension auf, bei der es um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen im globalen Wettbewerb geht.

Kevin Tracey, Director unseres Deloitte Global Boardroom Program, stellt sodann die wesentlichen Themen und Herausforderungen dar, die eine Gruppe von erfahrenen Aufsichtsräten aus zehn verschiedenen Ländern im Zuge unseres ersten „EMEA Experienced Boardroom Forum“ diskutiert hat. Die Veranstaltung zeigte auch, wie wichtig und fruchtbar die Vernetzung und der Austausch von Aufsichtsräten in Europa sein können.

Die Beiträge von Andre Roosen und Peter Wirnsperger zu Cybersicherheit in Europa und Dr. Sarah J. Becker und Dr. Till Contzen zum EU AI Act Omnibus stehen in unmittel­barem Zusammenhang, wenn es um die Umsetzung technologischer Innovationen geht, gleichsam als „zwei Seiten einer Medaille“.

Dr. Alexander Börsch und Dr. Timo Walter aus unserem Bereich Economic Research beschreiben ihre Sicht auf die Auswirkungen eines zunehmenden nationalen Protekti­onismus auf die Handlungsmöglichkeiten Europas im Welthandel und seine Rolle zwischen den USA und China.

Mit dem fortgeführten Überblick über die Neuerungen im Bereich der Nachhaltigkeit und Taxonomie zeigen Daniel Oehlmann und Dr. Matthias Schmidt drei wesentliche Entwicklungen auf, die für die betroffenen Unternehmen von besonderer Bedeutung sind. Mit dem Thema Ethik und Integrität und ihrer Bedeutung für Unternehmensführung und Governance befasst sich der Beitrag von Thomas Kirstan und Dr. Axel Walther.

Im Rubrikenteil dieser Ausgabe gehen wir auf weitere interessante Neuerungen für Prüfung und Berichterstattung von Unternehmen ein. Von besonderem Interesse für Aufsichtsräte sind dabei die Implikationen des Einsatzes von KI im Zuge der Abschlussprüfung sowie die Erwartungen der ESMA an die Umsetzung des neuen IFRS 18. Auch steuer­liche Themen haben in den vergangenen Jahren im Kontext der Corporate Governance spürbar an Bedeutung gewonnen: Ertragsteuerinformationsbericht, Mindest­besteuerung und die europäische Steueragenda sind hier zu nennen. Wir erläutern zudem die Entwicklungen rund um die geplante neue Rechtsform der „EU Inc.“ als Teil der EU-Agenda zur Wettbewerbsfähigkeit. Abschließend stellen wir Aktuelles zu Haftung und Vergütung des Aufsichtsrates dar.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback und wünschen eine anregende Lektüre.

Christoph Schenk

Managing Partner Audit & Assurance

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Prof. Dr. Arno Probst

Partner Audit & Assurance

Leiter des Center für Corporate Governance und Board Programs

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